Sonntag, 25. Februar 2018

"DER UNSAGBAR SCHLECHTE SCHÜLER"- RUDOLF ALEXANDER SCHRÖDER

Vor geraumer Zeit kam mir die Idee zu einer Reihe mit dem Titel HISTORISCHE NACHBARN. Diese erscheint in der Zeitschrift BOUQUET der DKV RESIDENZ an der Contrescarpe in Bremen. 
Nachbarn hat man heute wie "damals".  Heute kommt man "anders" ins Gespräch als früher. 
Schade ist, das man bei den "historischen" Nachbarn nicht mehr "Mäuschen" spielen kann. 
Gerade in dem Haus in der Ellhornstraße 19, wäre immer etwas los gewesen. Sowohl bei Familie Schröder als auch bei Familie Pauli, die vorher in dem Haus gewohnt hat. Aus der letzteren geht „der“ Gustav Pauli hervor...Genau der spätere Direktor der Bremer Kunsthalle. 

Rudolf Alexander Schröder wurde bereits von 4 Geschwistern „erwartet“. Vier weitere sollten nach ihm noch folgen.
Irgendwie klingt das alles, als wenn das sooo lange her sei? Nein! 
Na ja wie man es nimmt. Rudolf Alexander Schröder hätte im Januar 2018 seinen 140. Geburtstag feiern können.

In einer Biografie über ihn umschreibt Waldemar Augustiy, seine Schulzeit wie folgt: „..er besuchte das Alte Gymnasium zu Bremen, ohne sich als Schüler hervorzutun...“.
Er selbst sagt dazu folgendes: „...wie ich denn überhaupt ein hervorragend schlechter Schüler gewesen bin, wovon ich eigentlich noch einmal umfänglich Beichte ablegen werde zur Warnung und zum Trost derer, denen gleich mir auf der Schulbank wesenlich übleres geweissagt worden ist, als nachher wirklich eintrat.“
Neben ihm auf der Schulbank saß übrigens Heinrich Vogeler und Emil Waldmann.
Verfolgt man seine Biographie weiter, dann stellt man fest, das er seine Schullaufbahn mit Abitur beendet hat. Weitere Abschlüsse, wie z.B. den Abschluss seines Architekturstudiums findet man nicht. Ohne es überstrapazieren zu wollen, Schröder ist im Laufe seines Lebens oftmals zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen. Meistens hat er auch „das“ Quentchen Glück gehabt, was man brauchte um Erfolg zu haben. Interessant wäre doch mal die Frage ob es denn etwas gibt, an was er, rückblickend, nicht gern erinnert worden ist? Ja! Das waren die Ergebnisse seiner, wie er es bezeichnet, „Münchener Flegeljahre“. Erste Gedichte strömten da aus seiner Feder, wie z.b. das der „Frau Roland“. Liest man im folgenden ein paar der sechs Strophen, dann kann man seine „ablehnende Haltung“ gegenüber seinem Frühwerk leichter verstehen.
Habt ihr Frau Roland schon gesehen,
des Abends auf der Straße gehen?
Ihr dürft das nicht versäumen.
Sie ist so hübsch und ist so chic
Ein wahres Schöpfungsmeisterstück
Und gut davon zu träumen.

Und ist sie auch drei Zentner schwer
Sie intrigiert das gar nicht sehr,
Die zwei zuvielen Zentner,
das bißchen überflüssige Fett,
Sie korrigiert`s mit `nem Korsett:

(...)

Ebenfalls leicht in Vergessenheit geraten ist, das der „historische Nachbar“ auch einst eine deutsche Nationalhmyne gedichtet hat.
Da klingt die letzte Strophe so:

Land der Liebe, Vaterland
Heilger Grund, auf den sich gründet,
was in Lieb und Lied verbündet
Herz mit Herzen, Hand mit Hand:
Frei wie wir dir angehören
und uns Dir zu eigen schwören,
Schling um uns dein Friedensband,
Land der Liebe Vaterland!“

Versehen mit der persönlichen Empfehlung des Bundespräsidenten Theodor Heuss, konnte diese sich jedoch nicht durchsetzen.
Damit man sich in Zukunft auch im Strassenbild noch etwas mehr an ihn erinnern Kann, trägt seit 1996 in Findorff eine Strasse seinen Namen. 


Quellen: 
Waldemar Augustiny:
"RUDOLF ALEXANDER SCHRÖDER- Tagenbaren und Weltbürger" 
erschienen im Verlag Heinrich Doll, Bremen ISBN 3-920245-46-6 

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